Offenbach (dpa) - Nach "Dirk" kommt "Erich". Das Sturmtief lag am Freitag westlich von Schottland und nahm Kurs auf Spitzbergen im Nordatlantik.

"Erichs" Front werde Deutschland am Samstag überqueren und wieder kräftige Regenfälle mitbringen, sagte Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag. Der Wind weht aus Süd, so dass die Temperaturen deutlich im Plus bleiben - sechs bis zwölf Grad am Samstag und drei bis acht Grad am Sonntag.

"Erich" werde in den kommenden Tagen entlang der Norwegischen Küste nordwärts ziehen und noch in diesem Jahr das Seegebiet südlich von Spitzbergen erreichen, sagte Jonas. Ähnlich wie "Dirk" werden vor allem Schottland und Teile von England wieder Sturm abbekommen. Auch in Deutschland erwarten die Meteorologen wieder Sturmböen, aber nur auf den Bergen. "Erich" sei zwar ein bisschen näher an Deutschland, aber ein wenig schwächer als "Dirk".

Ursprung der Tiefdruckgebiete ist der Atlantik bei Grönland, wo große Temperaturgegensätze zwischen polarer und milderer Luft aufeinandertreffen - immer eine gute Bedingung für die Entstehung von Stürmen. Die Tiefs ziehen Richtung Osten und drehen sich dabei gegen den Uhrzeigersinn. An ihrem östlichen Rand wird deshalb Luft aus Südwesten oder Süden herangeschaufelt. Zieht das Tief weiter nach Osten, ist es umgekehrt, denn dann kommt die Luft aus Norden.

Ob Deutschland die kalte Luft von der Tief-Rückseite abbekommt, hänge von der Zugrichtung der Druckgebilde ab, erläutert Meteorologe Jonas. Derzeit machen die Tiefs zwischen Schottland und Island einen Bogen nach Norden. Und da sofort das nächste Tief folgt, bleibt Deutschland die Südwestströmung mit milder Luft und viel Wind erhalten. Nach "Erich" könnte am ersten Wochenende des neuen Jahres
ein weiteres Orkantief auf Europa treffen.

Die Begrüßung des neuen Jahres könnte ohne Regenschauer abgehen. "In der Neujahrsnacht bleibt es wohl weitgehend trocken, gebietsweise wird es sogar klar", sagte Jonas. Tagsüber bleiben die Temperaturen durchweg im positiven Bereich, und der Wind ist dann voraussichtlich auch kein großes Thema mehr.