Oberhof (SID) - Nach Polens Skilanglauf-Olympiasiegerin Justyna Kowalczyk hat auch Norwegens Staffel-Weltmeister Martin Sundby den Weltverband FIS wegen der Programmänderungen bei der Tour de Ski heftig attackiert. "Das ist doch nur noch eine Parodie hier", sagte der 29 Jahre alte Gesamtweltcup-Führende dem staatlichen norwegischen Rundfunk: "Es ist nicht das, wofür wir trainieren. Wir machen doch nur noch, was Sponsoren und Fernsehzuschauer sehen wollen, und drehen ein paar Runden. So ein Unsinn!"

Tour-Titelverteidigerin Kowalczyk hatte am Samstag kurz vor dem Tour-Start in Oberhof aus Protest gegen die Rennverkürzung ihren Startverzicht erklärt. Wegen Schneemangels waren die Verfolgungs-Rennen im klassischen Stil am Sonntag abgesagt und durch Freistilsprints ersetzt worden, sodass die Tour mit drei kurzen Freistil-Rennen beginnt. "Das ist dumm, nicht ausgewogen und unfair", sagte Kowalczyk.

Nach anfänglich kritischen Stimmen erhält die 30-Jährige zunehmend Unterstützung: "Kowalczyk hat wirklich Eier", sagte Sundby: "Das ist ziemlich bemerkenswert, als Titelverteidigerin eine solche Entscheidung zu treffen. Sie verdient unseren Respekt."