Den Haag (SID) - Das Königspaar Willem-Alexander und Maxima sowie Ministerpräsident Mark Rutte sind in ihrer niederländischen Heimat wegen der geplanten Reise zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi (7. bis 23. Februar) in Misskredit geraten. Kritiker mit der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) an der Spitze werfen den hochrangigen Staatsrepräsentanten Ignoranz gegenüber der Diskriminierung von Homosexuellen unter Russlands Staatspräsident Wladimir Putin vor. 

"Im heutigen Kontext wird jeder Besuch eines Regierungsvertreters, insbesondere der eines Staatsoberhauptes, als ein politisches Signal verstanden, das muss der Regierung bewusst sein. Die Olympischen Spiele werden vor allem als 'Putin-Show' gesehen. Amnesty International dringt die Regierungsdelegation, ein deutliches Zeichen zur Menschenrechtssituation in Russland zu setzen", hieß es in einer AI-Erklärung.

Auch Homosexuellen-Verbände monieren politische Instinktlosigkeit. "Ich bin fassungslos. Das Kabinett lässt die russischen Lesben, Homos, Transgender und Bisexuellen in der Kälte stehen. Wir hatten dazu aufgerufen, ein deutliches Signal abzugeben und nicht die höchsten Repräsentanten zu entsenden. Wir hoffen, dass das Parlament da noch einen Riegel vorschiebt", sagte die Vorsitzende Tanja Ineke von der Interessenvertretung der Homosexuellen (COC).

Im Gegensatz zu den Niederlande entsenden viele andere größere Länder nicht ihre höchsten Repräsentanten nach Sotschi. Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel verzichteten ebenso auf eine Reise nach Russland wie US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande und Großbritanniens Premierminister David Cameron.