München (SID) - Thomas Hitzlspergers Coming-out wird nach Einschätzung der in einer homosexuellen Beziehung lebenden Ex-Nationalspielerin Steffi Jones die Fußball-Szene über die Signalwirkung hinaus kaum verändern. "Ich bezweifle, dass nun viele andere Kollegen seinem Vorbild folgen", schrieb die Direktorin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für Frauenfußball in einem Beitrag für das Münchner Nachrichtenmagazin Focus. Im Männer-Fußball sei "nicht abschätzbar, wie Sponsoren, Arbeitgeber und Fans reagieren".

In der Bild am Sonntag erläuterte die Weltmeisterin den im Vergleich zum Männer-Bereich lange schon toleranteren Umgang im Frauenfußball mit Homosexualität: "Die Dimensionen im Männer-Fußball sind einfach größer." Generell, schilderte Jones im Focus weiter, sei "in meiner Wahrnehmung der Ton bei den Männern anders. Bei uns gab es keine blöden Sprüche in der Kabine".

Von einem pauschalen Ratschlag an homosexuelle Aktive für ein Coming-out nimmt Jones wie auch Hitzlsperger ausdrücklich Abstand. "Dies ist eine sehr, sehr persönliche Entscheidung." In der BamS wies die 41-Jährige allerdings auf die Bedeutung für Betroffene hin, "dass wir beim DFB einen Leitfaden entwickelt haben, der helfen kann, Ängste vor einem Coming-out zu überwinden".