Berlin (dpa) - Die Verbraucher in Deutschland müssen sich nach Einschätzung von Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich darauf einstellen, dass Nahrungsmittel tendenziell teurer werden.

"Es ist zu erwarten, dass die weltweit steigende Nachfrage, insbesondere aus den aufstrebenden Regionen Asiens, sich auf die Lebensmittelpreise auswirkt", sagte der CSU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa vor dem Start der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. Zuletzt waren die Preise für Lebensmittel in Deutschland stärker gestiegen als die allgemeinen Verbraucherpreise.

Friedrich hob hervor, dass Kunden mit ihren Kaufentscheidungen Einfluss auf Produktionsweisen nehmen könnten, etwa für mehr Bio-Lebensmittel. "Wenn es eine steigende Nachfrage nach ökologischen Produkten gibt - auch wenn sie teurer sind -, dann wird es auch Bauern geben, die mehr produzieren. Der Markt funktioniert."

Dies habe der Staat nicht vorzuschreiben. Man könne nur jedem empfehlen, auf hochwertige Lebensmittel zu setzen, meinte Friedrich: "Am Ende bestimmt der Verbraucher, was er isst, was er dafür bezahlen will und dadurch indirekt, was produziert wird."

Der Minister wandte sich gegen pauschale Kritik an der Massentierhaltung: "Es kommt nicht darauf an, wie viele Tiere in einem Stall stehen, sondern wie es dem einzelnen Tier geht und welche Bedingungen es hat." Kleinere und mittlere Betriebe würden künftig auch von einer starken Förderung der ersten Hektarflächen profitieren.

Den Bauern sei selbst an guten Haltungsbedingungen gelegen. "Eine Kuh, die krank ist, gibt weniger Milch", sagte Friedrich. "Insofern haben die Landwirte ein hohes Interesse am Wohlbefinden ihrer Tiere sowie auch an der Aufrechterhaltung der Qualität ihrer Böden, die sie ja ihren Kindern vererben wollen."

Es sei schade, wenn das Bild der Branche von einigen schwarzen Schafen geprägt werde. Dies gelte es zu ändern und zu verdeutlichen, dass die allermeisten Betriebe so arbeiteten, wie es sich die Verbraucher vorstellten: "Auch in der Stadtbevölkerung muss die Wertschätzung für die Landwirtschaft wieder hergestellt werden. Das Wichtigste dabei ist Transparenz, weil Transparenz Vertrauen schafft."