Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist nach seinem jüngsten Rekordhoch etwas zurückgefallen. Angesichts einer Reihe enttäuschender Geschäftsberichte aus den USA fiel der deutsche Leitindex zum Handelsschluss um 0,17 Prozent auf 9717,71 Punkte.

Direkt zum Auftakt hatte er noch am vortags erreichten Rekordstand von knapp über 9747 Punkten gekratzt. Besser machte es der MDax, der um 0,25 Prozent auf 16 943,63 Punkte zulegte und bei 16 963 Punkten abermals ein Hoch markiert hatte. Der TecDax verlor 0,29 Prozent auf 1242,82 Punkte, blieb damit aber auf dem höchsten Niveau seit zwölf Jahren.

"Immer wenn der Markt ein frisches Rekordhoch liefert, stellt sich die Frage, wie es weitergeht", sagte Sarah Brylewski vom Broker Gekko Germany. Die fehlenden knapp drei Prozent zur 10 000-Punkte Marke seien für den Dax "eigentlich ein Katzensprung". Doch die inzwischen hohen Bewertungen etlicher Titel mahnten zur Vorsicht. Daniel Saurenz von Feingold Research bleibt derweil optimistisch: Ordentliche Konjunkturdaten sowie das frische Investorengeld vom Jahresanfang könnten den Dax Richtung 10 000 Punkte treiben, meinte der Marktexperte.

Politische Unsicherheiten hatten indes die großen US-Banken Goldman Sachs und Citigroup im vergangenen Jahr belastet. Vor allem das Geschäft mit Anleihen litt.

Kursbewegende Nachrichten zu deutschen Einzelwerten gab es nur wenige. Beiersdorf und Henkel gehörten zu den Favoriten im deutschen Leitindex: Die Titel des Hamburger Konsumgüterherstellers Beiersdorf verteuerten sich an der Dax-Spitze um 1,73 Prozent auf 76,65 Euro und die Papiere des Düsseldorfer Branchenkollegen zogen um 1,03 Prozent an. Beiersdorf hatte die Anleger mit vorläufigen Umsatzzahlen für das vergangene Jahr überzeugt. Zudem ließen die Resultate des US-Chemiekonzerns HB Fuller leicht positive Rückschlüsse auf den Waschmittel- und Klebstoffhersteller Henkel zu, schrieb ein Analyst.

Im MDax stiegen die Aktien der Airbus Group um 0,53 Prozent. Ein Analyst begrüßte, dass Frankreich ein Prozent seiner Airbus-Anteile verkauft hatte. Dies verdeutliche den verringerten politischen Einfluss auf den Luft- und Raumfahrtkonzern. Tui profitierte nicht nachhaltig von einer besseren Bonitätsnote durch die US-Ratingagentur Moody's: Zum Handelsschluss verloren die Titel des Reisekonzerns 0,39 Prozent.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,59 Prozent tiefer bei 3150,20 Punkten. In Paris und London gaben die nationalen Indizes ebenfalls nach. Auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,54 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 132,87 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,39 Prozent auf 141,14 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3597 (Mittwoch 1,3606) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7355 (0,7350) Euro.