Hamburg (SID) - Bernie Ecclestone (83) zieht sich wegen seines anstehenden Prozesses in München aus dem Vorstand der Formel-1-Mehrheitseigner zurück. Der umstrittene Manager soll aber weiter die Geschäfte der Rennserie führen. Das teilte die Investmentgesellschaft Delta Topco Limited mit. Ecclestone arbeite ab sofort unter verstärkter "Überwachung und Kontrolle", bis die Vorwürfe gegen ihn geklärt seien.

Ecclestone habe dieser Vereinbarung zugestimmt, hieß es weiter. Allerdings darf er nun nicht mehr wichtige Verträge "genehmigen oder unterzeichnen". Trotzdem sei man sich einig, dass es wirtschaftlich wie sportlich das Beste sei, wenn Ecclestone die Geschäfte weiterführe. Allerdings arbeitet der einst mächtigste Mann der Formel 1 nun auf Bewährung. 

Am Donnerstag wurde bekannt, dass sich Ecclestone wegen Anstiftung zur Untreue und Bestechung vor Gericht verantworten muss. Der Prozess gegen den britischen Motorsport-Manager in der Schmiergeld-Affäre um den Verkauf von Formel-1-Beteiligungen soll Ende April beginnen. Das gab das Landgericht München bekannt.

Ecclestone soll dem früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld im Zuge des Verkaufs von Formel-1-Anteilen der BayernLB an den britischen Investor CVC gezahlt haben. CVC ist Mehrheitseigner von Delta Topco Limited.

Der mittlerweile zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte Gribkowsky hatte Ecclestone in seinem Prozess schwer belastet. Ecclestone bestreitet die Vorwürfe und behauptet, von Gribkowsky erpresst worden zu sein. Gribkowsky soll Anspielungen gemacht haben, Ecclestones undurchsichtiges Geschäftsmodell den britischen Steuerbehörden zu melden.

SID ks jm