Barsinghausen (SID) - Drei Tage vor der mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung beim Hamburger SV hat Günter Netzer die jahrelangen Versäumnisse des Fußball-Bundesligisten beklagt. Die Krise seines früheren Klubs tue ihm "in der Seele weh", sagte der einstige Manager der Hanseaten bei einem Talk des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) in Barsinghausen. 

Das Führungspersonal des Traditionsvereins habe über Jahre hinweg "so wenig sportliche Kompetenz" gehabt, ergänzte der ehemalige Nationalspieler, der nicht an eine schnelle Rückkehr des HSV in die Bundesligaspitze glaubt. Der 69-Jährige hatte die Rothosen als Manager 1983 zum Sieg im Europapokal der Landesmeister geführt.

Die Mitgliederversammlung am Sonntag gilt als erste Hürde für eine angestrebte Strukturreform beim HSV. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Initiativen ("HSVPlus", "HSV - Zukunft mit Tradition", "HSV-Reform", "Rautenherz" und "HSV 21 - Drei-Säulen-Modell unter einem gemeinsamen Stiftungsdach), die um die Gunst der Vereinsmitglieder werben. Eine einfache Mehrheit reicht, um den Vorstand zu beauftragen, die gewählte Reform vorzubereiten.