Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutsche Lokführer (GDL) verzichten die Lokführer bis Ende Januar auf Streiks. Das erklärte die GDL in Frankfurt. Bis dahin will sie ein neues Angebot der Bahn prüfen.

"Auf den ersten Blick scheint das Angebot das Beste zu sein, was einem Lokomotivführer passieren kann", sagte GDL-Chef Claus Weselsky zu dem neuen Angebot. Um dies zu prüfen, will die GDL einen detaillierten Fragenkatalog aufstellen. "Der Teufel steckt jedoch bekanntlich im Detail", sagte Weselky. Für Ende Januar soll ein Gespräch vereinbart werden.

Das Unternehmen wollte die Aussage der Gewerkschaft nicht bewerten. "Die DB hat ein Angebot vorgelegt. Wir sind bereit, darüber zu verhandeln", sagte eine Bahnsprecherin.

Im Streit um den neuen Tarifvertrag fordert die GDL  von der Deutschen Bahn eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Lokführer. 2013 sind nach Bahnangaben rund 150 Lokführer aus Gesundheitsgründen fahruntauglich geworden. Der Konzern lehnt die Versicherung  als zu teuer ab. Als Gegenangebot bietet sie unter anderem eine 100-prozentige Einkommensgarantie für Lokführer, die als Folge "traumatischer Ereignisse" ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Meist sind dies Beschäftigte, die in ihrem Dienst Suizide miterlebt haben.

Ein weiteres Streitthema ist die sogenannte Landverschickung, bei der Bahnangestellte an andere Dienstorte versetzt werden, sollte die Bahn durch Ausschreibungen Verkehrsaufträge verlieren. Weselky wirft dem Konzern vor, mit dem neuen Tarifvertrag diesen Prozess festschreiben zu wollen. 

Das hatte Bahn-Vorstand Ulrich Weber vor einer Woche dementiert. Im Jahr 2013 seien 115 Lokführer vom Verlust von Verkehrsverträgen betroffen gewesen. 27 davon seien zu dem neuen Betreiber gewechselt. Die anderen 88 seien weiterhin im Konzern, entweder auf einem anderen Arbeitsplatz oder in einer Qualifizierung. 34 seien in andere Regionen versetzt worden. Niemandem sei gekündigt worden.