Apple hat sich mit der US-Aufsichtsbehörde FTC auf einen Vergleich geeinigt. Der Konzern wird Eltern, deren Kinder unbeaufsichtigt über Apps eingekauft hatten, den entstandenen Schaden von mindestens 32,5 Millionen Dollar erstatten. Das hat die FTC bekannt gegeben. Die Eltern hatten eine Sammelklage gegen Apple angestoßen, nachdem sie die Rechnungen der App-Einkäufe ihrer Kinder erhalten hatten.

Apple äußerte sich zunächst nicht zu dem Vergleich. Konzernchef Tim Cook schrieb in einer internen E-Mail, die von Technologieblogs veröffentlicht wurde, die Einigung mit der FTC sehe nichts vor, was Apple nicht schon vorgehabt hätte. Er schrieb, Apple hätte sich bereits mit den Klägern geeinigt, als die FTC sich in die Angelegenheit einschaltete.

Bereits im vergangenen Jahr hätte der Konzern potenziell betroffene Kunden angeschrieben. "Wenn manche E-Mails zurückkamen, haben wir den Eltern Postkarten geschickt." Insgesamt habe Apple 37.000 Anfragen von Eltern erhalten und werde allen das Geld zurückerstatten. Obwohl sich Apple im Recht fühle, sei der Konzern den Vergleich mit der FTC eingegangen, um ein weiteres Verfahren zu vermeiden, erklärte Cook.

Die FTC hatte Apple vorgeworfen, es Kindern zu einfach gemacht zu haben, mit Apps Geld auszugeben. "Du kannst Verbraucher nicht für Einkäufe zur Kasse bitten, die sie nicht gebilligt haben", erklärte FTC-Chefin Edith Ramirez. Apple müsse das Geld deshalb komplett zurückzahlen und seine Praxis ändern.

Besonders bei Spiele-Apps hielt die Kinder keine Passwortschranke auf. So konnte ein Mädchen 2.600 Dollar für sein virtuelles Tierhotel ausgeben. Die Rechnung erhielten dann ihre Eltern. Das Problem ist eine Lücke im Passwortschutz, wenn Apps heruntergeladen oder zusätzliche Inhalte gekauft werden. Seit der Einführung der In-App-Käufe im Jahr 2009 können bis zu 15 Minuten lang sämtliche Inhalte ohne Beschränkung geladen werden.