Berlin (dpa) - Mit 1650 Ausstellern aus 70 Ländern beginnt am Freitag (10.00) in Berlin die weltgrößte Agrarmesse Grüne Woche. Die Veranstalter rechnen bis zum 26. Januar mit mehr als 400 000 Besuchern.

Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, warnte zum Auftakt vor einer weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft. "Wir müssen weg von nicht artgerechter Massentierhaltung und unkontrollierter Gentechnik", sagte Hofreiter der Nachrichtenagentur dpa.

Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte bei der Eröffnungsfeier am Donnerstagabend die Leistungen der deuschen Ernährungswirtschaft gewürdigt. "Wir alle sind stolz auf sie", rief er den 5000 Gästen zu. Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bemerkte, die Messe sei in diesem Jahr frei von Lebensmittelskandalen, die die Debatten bestimmen. "Umso mehr Zeit ist, nachhaltig grundsätzliche Dinge zu besprechen." Am Rande der Messe wollen Kritiker gegen die sogenannte Agrarindustrie protestieren.

EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos sprach sich für ein vollständiges Ende der Subventionen für europäische Agrarexporte nach Afrika aus. "Ich bin bereit, ein für alle Mal auf die Erstattung für Ausfuhren in diese Entwicklungsländer ganz zu verzichten - selbst in Krisenzeiten, wenn dieses Instrument noch angewendet werden könnte", sagte Ciolos bei der Eröffnungsfeier. Kritiker warnen, dass Agrarexporte die eigene Produktion in Entwicklungsländern beeinträchtigen.

In den Messehallen am Funkturm können Besucher an zahlreichen Ständen Genüsse aus aller Welt probieren, auf dem Erlebnisbauernhof den Weg der Nahrungsproduktion verfolgen oder in einer Blumenhalle Pflanzen anschauen. Diesjähriges Partnerland der Grünen Woche ist Estland.