Berlin (dpa) - Die Pläne von Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) für eine deutliche Senkung der Förderkosten für erneuerbare Energien sind aus Sicht von Verbraucherschützern ein Schritt nach vorn.

"Es besteht die klare Erwartung, dass durch den ersten Reformschritt die Strompreise bis 2015 mindestens stabil bleiben", sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Ein weiterer Anstieg der Ökostrom-Umlage sei nicht akzeptabel.

Gabriel will mit Kürzungen besonders bei Windkraft an Land bis 2015 die durchschnittlichen Vergütungskosten von 17 Cent auf 12 Cent je Kilowattstunde senken. Krawinkel pocht auf mindestens neun Cent.

Das der dpa vorliegende Eckpunktepapier Gabriels, das am Mittwoch vom Kabinett abgesegnet werden soll, sieht zugleich eine Verlängerung hoher Anfangsvergütungen von bis zu 19 Cent je Kilowattstunde bei Windparks in Nord- und Ostsee vor. Union und SPD wollen mit dieser teuren Maßnahme den bisher schleppenden Offshore-Ausbau voranbringen.

Krawinkel kritisierte dies als Irrweg: "Die Mehrkosten für den Offshore-Ausbau sollten nicht von den Stromkunden finanziert werden." Er erinnerte an die Idee eines Altlastenfonds. In diesen könnten die Offshore-Kosten ausgegliedert werden, um die über den Strompreis zu zahlende Umlage zu dämpfen. Ein Durchschnittshaushalt zahlt 2014 knapp 220 Euro Ökostrom-Umlage.

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