Leverkusen (SID) - Bundesliga-Torschützenkönig Stefan Kießling hat trotz der jüngsten Avancen von Joachim Löw seine Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli) abgehakt. "Machen wir uns nichts vor: Da müssen schon Weihnachten und Silvester auf den gleichen Tag fallen, dass ich von ihm nominiert werde", kommentierte der 29-Jährige in der Bild-Zeitung die jüngsten Aussagen des Bundestrainers.

Löw hatte im SZ-Magazin Kießling durch die Blume noch einmal Hoffnung auf eine WM-Teilnahme gemacht. "Ich habe ihm gesagt, dass ich auf der Mittelstürmerposition eher auf Miroslav Klose und Mario Gomez zähle. Sollte sich jemand verletzen oder in ein Formtief geraten, bin ich bereit, meinen Plan komplett zu überdenken", beantwortete der 53-Jährige die Frage des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Sebastian Vettel (26), warum Leverkusens Torjäger "keine echte Chance" in der Nationalmannschaft erhalte.

Kießling misst Löws Worten aber offensichtlich keine große Bedeutung zu. "Löw sagt ´überdenken´, das heißt nicht umschmeißen. Und sind wir doch einmal ehrlich. Dass ich bei einem Formtief von Gomez und Klose nominiert werde, das ist absolut nicht realistisch. Wenn, muss sich mindestens einer verletzen - was ich natürlich nicht hoffe. Aber selbst dann gibt es noch einen Max Kruse, auf den er mehr setzt", sagte der Bayer-Profi.

Kießling selbst hat das Thema Nationalmannschaft zwar offiziell abgehakt, aber auch immer wieder betont, dass er im Notfall zur Verfügung stehen würde. Tatsache ist, dass die bei Löw gesetzten Italien-Legionäre Klose (35) und Gomez (28) derzeit Probleme haben. Gomez musste nach seinem am 15. September 2013 erlittenen Innenbandteilriss im rechten Knie sein Comeback beim AC Florenz bereits mehrmals verschieben. Klose fehlte Lazio Rom verletzungsbedingt in dieser Saison schon sechs Wochen.