Genf (dpa) - Die syrischen Bürgerkriegsparteien haben in Genf ihre Friedensgespräche fortgesetzt. Das berichteten Reporter, die am Sonntag am Sitz der Vereinten Nationen warteten.

Der erste Tagesordnungspunkt am zweiten Tag direkter Verhandlungen war ein möglicher Gefangenenaustausch zwischen den Rebellen und der Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Sollten sich beide Seiten darauf einigen, dann wäre dies der erste Austausch zwischen den Konfliktparteien seit Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 2011. Bisher hatte die Regierung nur politische Gefangene freigelassen, damit die Rebellen ausländische Geiseln gehen lassen, etwa aus dem Iran und dem Libanon. Diesmal sollen von den Rebellen verschleppte syrische Soldaten und Zivilisten freikommen, die dem Assad-Regime nahestehen.

Aus Sicht der Opposition sind der Gefangenenaustausch und die am Samstag besprochenen Hilfslieferungen für die von Regimetruppen eingekesselten Menschen in der Altstadt von Homs nur Fragen, die nicht vom wichtigsten Etappenziel der Verhandlungen ablenken sollen: der Bildung einer Übergangsregierung. Der syrische Informationsminister, Omran al-Soabi, betonte dagegen: "Wir müssen die humanitären Fragen erst umfassend behandeln." Einige Beobachter sehen darin einen Versuch des Regimes, Zeit zu gewinnen.