Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine Korrektur fortgesetzt. Die Kapitalflucht aus den Schwellenländern sorgt weiter für Nervosität, während die US-Notenbank am Vorabend keine neuen Impulse lieferte. Bis zum Mittag ging es für den Dax um 0,27 Prozent auf 9311 Punkte zurück.

Der deutsche Leitindex blieb damit jedoch deutlich über seinem Vortagestief bei 9221 Punkten. Für den MDax ging es am Donnerstag um 0,48 Prozent nach unten auf 16 230 Punkte, und der TecDax verlor 0,41 Prozent auf 1212,72 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat auf der Stelle.

Gottfried Urban, Vorstand und Portfoliomanager der Bayerischen Vermögen, beruhigt die durch die schwache Währungen in den Schwellenländern und den jüngsten Kursrutsch an den Aktienmärkten verunsicherten Anleger: "Die notwendige Verschnaufpause bietet die Gelegenheit, sich neu zu positionieren."

Statistisch könne die Aufwärtsbewegung durchaus noch zwei Jahre weiterlaufen. Es sei aber spannend zu beobachten, wie schnell die Stimmung zuletzt umgeschlagen sei. Mit Blick auf die Schwellenländer rät Urban zur stärkeren Differenzierung. Schwellenländer würden aktuell angezählt, dies biete jedoch durchaus auch positives Überraschungspotenzial.

Auf Unternehmensseite stehen Infineon mit Quartalszahlen im Fokus. Analysten äußerten sich positiv zu den Resultaten. Das Segmentergebnis sei auf den ersten Blick stark ausgefallen und der Umsatz habe die Erwartungen erfüllt, schrieb Thomas Becker von der Commerzbank. Der solide Ausblick speziell für das zweite Geschäftsquartal verdeutliche, dass Infineon mit Blick auf die Prognosespanne für das Gesamtjahr im mittleren bis oberen Bereich landen dürfte. Für die Aktien ging es um gut vier Prozent nach oben. Papiere von Siemens rutschten am Dax-Ende um gut ein Prozent auf das Niveau von Mitte Dezember.

Qiagen aus dem Technologiesegment waren unauffällig. Dank der kräftigen Nachfrage nach Analysegeräten und Tuberkulose-Tests Ende 2013 verdiente das Unternehmen mehr als ein Jahr zuvor.