Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat in einem sehr nervösen Handelsumfeld doch noch kräftige Gewinne verzeichnet. Die Aufwärtsimpulse kamen verstärkt mit überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten in den Markt.

Mit einem Plus von 1,54 Prozent auf 9256,58 Punkten ging der deutsche Leitindex aus dem Tag, nachdem sein Tagestief nach Aussagen aus der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) bei rund 9129 Punkten gelegen hatte. Der MDax stieg um 1,63 Prozent auf 16 329,23 Punkte und der TecDax rückte um 1,81 Prozent auf 1220,89 Punkte vor.

Kräftigen Wirbel gab es zeitweise am Terminmarkt, wo es zur Bekanntgabe der EZB-Zinseinscheidung zu einem «Flash-Crash», einem kräftigen Einbruch beim sogenannten Dax-Future, kam. Wie sich rasch herausstellte, war höchstwahrscheinlich menschliches Versagen der Grund. An der Terminbörse Eurex hatte laut Analyst Jens Klatt von DailyFX ein nervöser Händler anscheinend die ein oder andere Null zu viel bei einer Verkaufsorder eingegeben. Vielleicht sei aber auch eine Handelssoftware falsch programmiert worden. «Egal, was es war, da wurde heute viel Geld verloren», resümiert er und sieht darin zugleich einen Spiegel für die aktuell äußerst nervöse Grundstimmung an den Märkten.

Im Vergleich zur Vorwoche waren in den Vereinigten Staaten die Anträge auf Arbeitslosenhilfe deutlich gefallen. Zudem legte die Produktivität in den USA im Winter überraschend zu. Vor diesen Daten hatten die Börsen in Europa unter schwindenden Hoffnungen auf weitere Stützmaßnahmen der Eurozone durch die EZB gelitten und ihre frühen Gewinne größtenteils abgegeben. Auslöser war, dass EZB-Präsident Mario Draghi gesagt hatte, er sehe keine Deflation, auch wenn die Inflation gering sei.

Auf Unternehmensseite stand der Autobauer Daimler mit seiner Jahresbilanz im Fokus. Die Stuttgarter übertrafen 2013 ihre selbstgesteckten Ziele beim Ergebnis und hoben die Dividende moderat an. Die Aktien gewannen 2,63 Prozent. Noch besser schnitten die Anteilsscheine von K+S ab mit plus 5,50 Prozent. Preiserhöhungen für Kalidünger in diesem zuletzt sehr schwierigen Markt gaben Auftrieb.

Die T-Aktie zog um 1,92 Prozent an. Der amerikanische Mobilfunker Sprint und seine japanische Konzernmutter Softbank wollen Kreisen zufolge in den nächsten Wochen über eine Übernahmeofferte für die Telekom-Tochter T-Mobile US entscheiden. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Die Papiere von HeidelbergCement legten nach einem optimistischen Ausblick auf das laufende Jahr um 0,76 Prozent zu. Im MDax zogen vor allem die Papiere von Sky Deutschland nach Zahlen die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich und stiegen um 8,59 Prozent. Der Bezahlsender verdiente 2013 wie geplant zum ersten Mal operativ Geld und will im laufenden Jahr die Marke von vier Millionen Abonnenten knacken.

Europaweit setzten die wichtigsten Börsen am Nachmittag zur Rally an. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 1,63 Prozent bei 3010,79 Punkten und auch die wichtigsten Indizes in Paris und London legten kräftig zu. In den USA gewannen der Leitindex Dow Jones sowie die Nasdaq-Indizes zum europäischen Handelsschluss jeweils rund ein Prozent hinzu.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,34 (Vortag: 1,31) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 134,43 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,49 Prozent auf 143,36 Punkte. Der Euro, der nach der EZB-Zinsentscheidung unter die Marke von 1,35 US-Dollar gefallen war, legte bis zum Abend auf 1,3602 Dollar zu. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,3495 (Mittwoch: 1,3543) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7410 (0,7384) Euro.