Hamburg (dpa) - Bei einem Brand in einem Hamburger Mehrfamilienhaus sind eine Mutter und ihre beiden kleinen Söhne ums Leben gekommen.

27 Bewohner wurden nach bisherigen Erkenntnissen verletzt, 15 von ihnen kamen in Krankenhäuser, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag sagte. Die Feuerwehr sprach von einem der schlimmsten Brände seit Jahren in der Hansestadt. Das Feuer war am Mittwochabend ausgebrochen.

Die Ursache des Brandes war zunächst unklar - weder ein technischer Defekt noch Brandstiftung wurden zunächst ausgeschlossen. Die Brandermittler des Landeskriminalamts haben Untersuchungen aufgenommen. Mit ersten Hinweisen rechnete die Polizei im Laufe des Donnerstags.

Das Feuer brach im Eingangsbereich des Hauses aus, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Dichter Rauch sei dann durch das Treppenhaus nach oben gezogen. Für die 33 Jahre alte Mutter aus Pakistan und ihre sechs und sieben Jahre alten Söhne kam jede Hilfe zu spät. Sie wurden tot in ihrer Dachgeschosswohnung im vierten Stock entdeckt. Vermutlich wollten sie durch das verrauchte Treppenhaus fliehen. Die Familie hatte nach Angaben der Feuerwehr die Wohnungstür geöffnet - dadurch konnte der dichte, heiße Rauch hineinziehen.

Der Vater der Kinder war während des Feuers nicht zu Hause. Er kam zurück, als die Einsatzkräfte gegen die Flammen ankämpften, wie die Polizeisprecherin erklärte. Der Mann werde psychologisch betreut.

Das Haus werde auch für die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen genutzt, hieß es bei der Sozialbehörde. Ob das derzeit der Fall sei, konnte Sprecher Marcel Schweitzer am Donnerstag aber zunächst nicht sagen.

Als die ersten Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, standen viele Bewohner an den Fenstern und riefen um Hilfe. Die Feuerwehr konnte die Menschen in den Wohnungen unterhalb des Dachgeschosses mit Dreh- und Strickleitern retten. Die meisten von ihnen kamen später in Hotels unter.

Die Notfallseelsorge der Feuerwehr und das Kriseninterventionsteam waren im Einsatz, wie der Feuerwehrsprecher erklärte. Nicht nur Bewohner wurden betreut, sondern auch Feuerwehrleute: "Für Feuerwehrleute ist es das schlimmste Szenario, das man sich vorstellen kann."