Hamburg (dpa) - Bei einem Brand in einem Hamburger Wohnhaus sind eine Mutter sowie ihre beiden sechs und sieben Jahre alten Söhne ums Leben gekommen.

Außerdem wurden 26 leicht verletzte Menschen in Kliniken ambulant versorgt, wie die Polizei mitteilte. Zunächst seien die Ärzte davon ausgegangen, dass fünf von ihnen bei dem Brand im Stadtteil Eimsbüttel schwere Verletzungen durch Rauchvergiftungen davongetragen hätten, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. In dem Haus lebten etwa 30 Menschen. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach von einem der schlimmsten Brände seit Jahren in der Stadt. Das Feuer war am Mittwochabend ausgebrochen.

Die meisten Bewohner konnten schnell gerettet werden. Doch als sich die Feuerwehrleute bis zum Dachgeschoss vorkämpften, fanden sie die drei leblosen Körper vor, wie Feuerwehrsprecher Martin Schneider sagte. Die Frau und die Kinder hatten wohl versucht, durch das verrauchte Treppenhaus zu fliehen. Wiederbelebungsversuche scheiterten.

Nach ersten Erkenntnissen hatte ein technischer Defekt in
einem Stromkasten am Treppenaufgang den Brand ausgelöst. Das Feuer selbst war offenbar nicht so groß - schlimmer war die starke
Rauchentwicklung, unter anderem durch verschmorte Kabel. Durch den Qualm wurde das ganze Gebäude bis zum Dachgeschoss in Mitleidenschaft gezogen.

Das Feuer habe enorm viel Rauch produziert, sagte Schneider. "Der
heiße Rauch ist nach oben gestiegen wie in einem Kamin, und oben hat
sich die Hitze gestaut." Es gebe dort massive Verbrennungen, obwohl
da kein Feuer gewesen sei. Der Rauch habe letztlich zum Tode der 33
Jahre alten Frau und ihrer beiden Jungen geführt.

Nach Angaben der Feuerwehr begann der Einsatz kurz nach 20.00 Uhr.
Als die ersten Einsatzkräfte in die Straße einbogen, hörten sie etwa 20 Bewohner an den Fenstern in allen Geschossen schreien. Die
Einsatzkräfte hätten sofort Verstärkung angefordert und mit der
Rettung begonnen. Zwölf Bewohner seien über Drehleitern gerettet worden, weitere sechs über tragbare Leitern und mehrere mit Schutzhauben über das Treppenhaus. "Wir haben uns hier von Geschoss zu Geschoss durchgekämpft", sagte Schneider.

Die Bewohner konnten am Donnerstagmorgen zunächst noch nicht in ihre Wohnungen im fünfgeschossigen Gebäude zurückkehren. Experten des Landeskriminalamtes wollten den Brandort im Laufe des Vormittags untersuchen.