Bonn (dpa) - Die für die Steuerung des deutschen Stromtrassenausbaus zuständige Bundesnetzagentur sieht keinen Anlass für den von CSU-Chef Horst Seehofer geforderten Planungsstopp.

Es gebe durch die geplante Ökostrom-Reform der Bundesregierung mit einer Drosselung des Windausbaus keinen Bedarf für eine "grundsätzliche Strukturänderung" der vorliegenden Stromnetzausbaupläne, sagte eine Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Bonn. Der bayerische Ministerpräsident Seehofer hatte zuvor gesagt, durch die geplante Reform ändere sich die Geschäftsgrundlage, es müsse geschaut werden, wie viel Bedarf es an neuen Höchstspannungstrassen überhaupt gebe.

In dem jährlich festgelegten Szenariorahmen würden die Pläne ohnehin laufend überprüft, sagte die Behördensprecherin. Bislang sei es lediglich zu Anpassungen in Randbereichen gekommen. So wurde beispielsweise eine Maßnahme zur Netzverstärkung in Baden-Württemberg nicht mehr als notwendig erachtet. Im Netzentwicklungsplan hätten die Netzbetreiber 90 Maßnahmen aufgeführt, davon seien 56 von der Bundesnetzagentur als vordringlich eingestuft worden.

Wichtigstes Prüfkriterium sei die Auslastungsgrenze von mindestens 20 Prozent, sagte die Sprecherin. Vom Norden und Osten sind drei große Trassen in den Süden geplant, die längste soll der insgesamt 800 Kilometer lange "SuedLink" werden. In Bayern gibt es Proteste, nachdem erste mögliche Trassenverläufe bekannt geworden sind.

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