Frankfurt/Main (dpa) - Trotz gesunkener Inflation hält die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Euroraum bei 0,25 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat in Frankfurt, wie die Notenbank mitteilte.

Die überraschend niedrige Januar-Inflation hatte die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinssenkung steigen lassen. Die meisten Beobachter hatten jedoch zunächst keine weitere Lockerung der Geldpolitik erwartet.

Im Januar war die Jahresteuerung im Euroraum auf 0,7 Prozent und damit deutlich unter den Zielwert der EZB von knapp unter 2,0 Prozent gefallen. 0,7 Prozent ist exakt die Rate, die die Notenbank im November zu ihrer jüngsten Zinssenkung auf das Rekordtief von 0,25 Prozent veranlasst hatte.

Beobachter erwarten nun im März den nächsten Zinsschritt: Dann veröffentlichen die Währungshüter ihre neuesten Wachstums- und Inflationsprognosen. Bisher prognostiziert die EZB im laufenden Jahr eine Teuerung von 1,1 Prozent. Sollte sie diese nach unten korrigieren, wären die Notenbanker aus Sicht von Experten schon fast zum Handeln gezwungen: Präsident Mario Draghi hatte angekündigt, die EZB werde sich entschieden gegen einen Preisverfall stemmen.