Sotschi (SID) - Kombinations-Weltmeister Eric Frenzel steuert bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi im Wettbewerb von der Normalschanze auf Gold-Kurs. Der 25 Jahre alte Oberwiesenthaler liegt nach einem Sprung auf 103,0 Meter in Führung und geht mit sechs Sekunden Vorsprung auf den Japaner Akito Watabe in den abschließenden 10-km-Langlauf am Nachmittag (13.30/16.30 Uhr MEZ/OZ).

"Das war ein sehr ordentlicher Sprung, damit kann ich sehr zufrieden sein. Ich musste mein System finden, das hat bestens geklappt", sagte Frenzel. Bundestrainer Hermann Weinbuch meinte: "Ein Hund ist er schon, dass er so einen raushaut. Aber es ist bei den geringen Anständen noch nichts gewonnen. Das wird spannend, ich bin richtig nervös."  

Tino Edelmann (Zella-Mehlis/98,0 m) hat auf dem fünften Rang mit 30 Sekunden Rückstand auf Frenzel ebenfalls noch gute Medaillenchancen. "Man muss aber klar sagen, dass ich in der Spitzengruppe nicht der stärkste Läufer bin", sagte der sechsmalige Vizeweltmeister. Johannes Rydzek (Oberstdorf/+0:41) liegt auf dem zwölften Platz und Fabian Rießle (Breitnau/+1:00) ist 19.

Vancouver-Olympiasieger Jason Lamy-Chappuis (Frankreich) liegt 31 Sekunden hinter Frenzel. Magnus Moan (Norwegen) geht mit einem Rückstand von 48 Sekunden auf die Spitze in die Loipe. 

Der Langlauf findet nicht im Laura Ski Center statt, wo die Spezialisten ihre Wettbewerbe austragen. Aufgrund der schwierigen Transport-Verhältnisse in Krasnaja Poljana wurde auf einen Transfer zwischen Schanze und Laura auf der anderen Seite des Tals verzichtet, stattdessen eine eigene Laufrunde an der Sprunganlage angelegt. 

"Die Loipe ist sehr schwierig mit langen, steilen Anstiegen", sagte Frenzel: "Sie kommt den Athleten zugute, die vielleicht nicht die schnellsten, aber die ausdauernsten Läufer sind." 

Start und Ziel sind dabei im Auslauf der Schanze, aufgrund der beengten Streckenführung sind außerhalb des Stadions an der Loipe kaum Zuschauer zugelassen. Auch der Zieleinlauf ist sehr knapp bemessen - wer an der letzten Kurve vorne liegt, kann eigentlich nicht mehr überholt werden.