Leverkusen (dpa) - Für Fußball-Profi Sidney Sam ist das Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04 alles andere als eine normale Partie. Denn längst steht der Wechsel des Nationalspielers von Bayer Leverkusen zum Bundesliga-Rivalen in diesem Sommer fest.

Doch an diesem Samstag kämpft der 26-Jährige in der BayArena noch einmal gegen seinen künftigen Arbeitgeber um wichtige Punkte. Sechs Zähler Vorsprung hat Leverkusen (43 Punkte) als Tabellen-Zweiter auf den Verfolger aus Gelsenkirchen (37).

Die Konstellation ist pikant: Gewinnt Sam mit Bayer gegen Schalke, rückt die direkte Qualifikation der Leverkusener für die kommende Champions-League-Saison in greifbare Nähe, aber sein künftiger Club müsste womöglich bis zum Ende um die Königsklasse zittern. Unterliegt Sam mit Bayer, würden seine persönlichen Chancen steigen, sich auch im nächsten Jahr auf Europas größter Fußball-Bühne zu präsentieren. Schlecht zu spielen - das kann sich der unter besonderer Beobachtung stehende Profi auf keinen Fall leisten.

"Das ist keine einfache Situation für ihn", meint Schalkes Manager Horst Heldt. Er rechnet aber mit einer Top-Einstellung des künftigen Schalke-Angreifers. "Ich erwarte, dass Sam für Bayer alles geben wird. Sonst wäre er ja kein guter Profi." Bislang ließ Sams Einsatz für die Werkself, die gegen Königsblau den insgesamt 500. Bundesliga-Sieg feiern könnte, nichts zu wünschen übrig. Gegen Stuttgart und in Mönchengladbach bereitete der gebürtige Kieler zuletzt jeweils den Siegtreffer vor. Und gemeinsam mit Stoßstürmer Stefan Kießling ist Sam der Topscorer im Team von Sami Hyypiä. Sieben Treffer erzielte der meist auf der rechten Offensivseite wirbelnde Angreifer, sieben Tore bereitete er in dieser Spielzeit schon vor.

Genau diese Qualitäten sind es, die Schalke an Sam schätzt. Und den Revierclub dazu veranlassten, ihn vom 1. Juli an gleich für vier Jahre bis 2018 zu verpflichten. "Er hat nicht nur durch seine starken Leistungen in dieser Saison bewiesen, welche Impulse er in der Offensive setzen kann", lobt Heldt, der besonders von der Vielseitigkeit des ehrgeizigen Profis schwärmt. "Sam ist auf vielen Positionen einsetzbar."

Was Heldt bisher nicht sagte: Mit ihm wappnet sich der Club auch für den Fall, dass Eigengewächs Julian Draxler nach der WM in Brasilien von einem europäischen Topclub weggekauft wird. Da Schalke in Jefferson Farfán einen Flügelstürmer von internationalem Format auf der rechten Seite hat, wäre Sam links die erste Option.

Mit den Beiden hätten die Königsblauen auch im Fall des Draxler-Verlustes weiter ein absolutes Top-Duo auf den Außenpositionen. Und in Sam, der am 29. Mai 2013 im Testspiel gegen Ecuador bei Joachim Löw in der DFB-Elf debütierte, einen weiteren deutschen Nationalspieler mit guter Zukunftsperspektive in ihren Reihen.

Natürlich hofft Heldt, dass Sams Formkurve anhält, er gesund bleibt und im Sommer in Top-Verfassung nach Schalke kommt. Und auch für das Treffen am Samstag hat Heldt einen besonderen Wunsch: "Dass Sidney nach den 90 Minuten sagt: gut gespielt, aber leider verloren."