Berlin (dpa) - Der Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner sieht im Fall Edathy neben dem früheren Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) auch SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann im Zwielicht.

"Ich finde es schon sehr ungewöhnlich, wenn ein Herr Oppermann beim BKA-Chef anruft, um sich über seine Abgeordneten zu erkundigen. Es steht der Verdacht im Raum, dass Herr Edathy gewarnt wurde", sagte Kellner dem Fernsehsender N-TV.

Dass Oppermann, damals SPD-Fraktionsgeschäftsführer, den BKA-Präsidenten Jörg Ziercke im Oktober angerufen hatte, um sich Informationen über das Auftauchen des damaligen SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy im Rahmen ausländischer Ermittlungen bestätigen zu lassen, ist unstrittig. Gegensätzlich sind dagegen die Darstellungen beider Gesprächspartner darüber, ob Ziercke den Sachverhalt bestätigt hat: Oppermann behauptet das, Ziercke hat dem widersprochen.