Stuttgart (dpa) - Die Umwandlung von Werkverträgen in Leiharbeitsverhältnisse schreitet beim Autobauer Daimler nach einem Zeitungsbericht voran.

In Sindelfingen seien rund 1000 der geplanten 1400 Umwandlungen realisiert worden, sagte eine Sprecherin des Gesamtbetriebsrats den "Stuttgarter Nachrichten". Weitere 1000 Umwandlungen stünden in der Zentrale in Untertürkheim an. Der Konzern wollte die Zahlen unter Verweis auf laufende Prozesse nicht kommentieren.

"Wir begrüßen jede Regelung, die hilft, den Missbrauch von Werkverträgen zu verhindern", sagte der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD). Erich Klemm, Gesamtbetriebsratschef bei Daimler, erwartet nun auch von anderen Unternehmen, dass sie ihre Verträge überprüfen: "Ich bin mir sehr sicher, dass dies kein reines Daimler-Problem ist."

Mit den Umwandlungen reagiert Daimler auf die zunehmende Kritik an Werkverträgen. Anders als bei Werkverträgen hat der Betriebsrat bei Leiharbeit ein Mitspracherecht, zudem gelten für Leiharbeiter Tarifrechte wie der Anspruch auf eine feste Stelle nach 24 Monaten.