Paris (dpa) - Themen der Außen- und Sicherheitspolitik stehen im Mittelpunkt des deutsch-französischen Regierungsgipfels in Paris. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) reist dafür gemeinsam mit mehr als einem Dutzend Kabinettsmitgliedern zu Frankreichs Präsident François Hollande.

Neben der großen Runde sind auch zahlreiche Treffen auf Ministerebene geplant. Konkret will der Ministerrat den Einsatz von Teilen der deutsch-französischen Brigade in Mali beschließen. Dabei geht es um Ausbildungsziele, nicht um einen Kampfeinsatz in dem von islamistischen Rebellen terrorisierten Land.

Als weitere wichtige Themen stehen die Umwelt- und Energiepolitik sowie die Bereiche Wirtschaft, Finanzen und Soziales auf dem Programm. Anschließend besucht Merkel als erste deutsche Regierungschefin die in Paris angesiedelte Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein französischer Amtskollege Laurent Fabius wollen den für Anfang März geplanten gemeinsamen Besuch in Moldawien und Georgien vorbereiten. Zudem ist eine Reise beider Minister in einen nordafrikanischen Staat vorgesehen.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso stößt am Abend zu den beiden Staats- und Regierungsspitzen, um die Themen für den nächsten EU-Gipfel Ende März vorzubereiten.

OECD-Chef Angel Gurría empfängt Merkel am Nachmittag zum ersten offiziellen Besuch einer deutschen Regierungsspitze bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dabei will er ihr auch ein Papier mit Empfehlungen für die Arbeit der großen Koalition übergeben.

Umweltschutzverbände fordern vom Regierungsgipfel mehr Ehrgeiz für Klimaschutzziele in Europa. "Die beiden größten Volkswirtschaften der EU können zentrale Impulse setzen", hieß es vor dem Treffen in Paris. In offenen Briefen an Merkel und Hollande setzen sich die neun Verbände, darunter BUND, WWF und Germanwatch, für ein "ambitioniertes Paket" ein. Die von der EU angepeilte Reduzierung von Treibhausgas um 40 Prozent bis 2030 solle auf mindestens 55 Prozent erhöht werden. In der Folge rechnen die Umweltschützer mit einer Investitionswelle, die die EU nachhaltig aus der Wirtschaftskrise führen werde.

Deutsch-französische Ministerräte

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