Moskau (dpa) - Einen Tag nach Ende der Olympischen Winterspiele hat die russische Polizei in Moskau mehr als 100 Demonstranten festgenommen, darunter Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina von der kremlkritischen Gruppe Pussy Riot sowie Oppositionsführer Alexej Nawalny.

Sie protestierten gegen die Verurteilung von Kremlgegnern zu jahrelanger Haft. Bürgerrechtler kritisieren den Prozess als politisch motiviert. Das kremlkritische Portal kasparov.ru berichtete von 700 Teilnehmern an der nicht genehmigten Kundgebung, die Polizei sprach von etwa 200.

In dem Gericht wird das Urteil gegen acht Oppositionelle wegen Anstiftung zu Gewalt gegen den Staat erwartet. Die sieben Männer und eine Frau sollen am 6. Mai 2012 - dem Vorabend der dritten Amtseinführung von Präsident Wladimir Putin - an gewaltsamen Ausschreitungen in Moskau beteiligt gewesen sein.

Die Verteidigung hatte aus Mangel an Beweisen auf Freispruch plädiert. Menschenrechtler kritisieren den Prozess als politisch motiviert.

Ein großes Polizeiaufgebot sicherte seit dem Morgen die Gegend um das Gerichtsgebäude. Bereits am Freitag hatte Richterin Natalia Nikischina die Angeklagten schuldig gesprochen. Schon zu diesem Zeitpunkt waren mehr als 200 Menschen bei Protesten gegen die Entscheidung festgenommen worden.