München (dpa) - Nach dem Verlöschen des olympischen Feuers wird die deutsche Sotschi-Delegation am Montag am Münchner Flughafen von Bundespräsident Joachim Gauck offiziell in der Heimat empfangen.

Schon auf dem Rollfeld sollen die Athleten gegen 13.30 Uhr zum ersten Mal begrüßt werden.

Dann wird das Team ins Airport Center gefahren, wo der Deutsche Olympische Sportbund auf viele Anhänger hofft. Knapp 110 der 153 deutschen Sportler sollen in der Sondermaschine sitzen, darunter auch der zweifache Rodel-Goldmedaillengewinner Felix Loch.

Im Gepäck haben die deutschen Athleten allerdings deutlich weniger als die gewünschten 30 Medaillen. Die Ausbeute von nur 19 Mal Edelmetall bei insgesamt 98 Entscheidungen ist die schwächste bei Winterspielen seit der Wiedervereinigung. Zusätzlich belastet ist die Stimmung im deutschen Lager durch den Doping-Fall von Evi Sachenbacher-Stehle. Die Biathletin wurde positiv auf ein Stimulanzmittel getestet und von den Winterspielen ausgeschlossen.

Neben Gauck haben auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) ihr Kommen für die Willkommensfeier zugesagt. Für eine rauschende Party gibt es aber nur wenig Anlass. "Die Bilanz ist in der Tat enttäuschend", bekannte Chef de Mission Michael Vesper vor der Abreise aus Russland. Für das deutsche Team reichte es nur zu Platz sechs im Medaillenspiegel. Gastgeber Russland gewann die Nationenwertung mit insgesamt 33 Medaillen, davon 13 goldenen.

Ein wenig traurig nahmen die Russen daher am Sonntag auch Abschied von ihren ersten Winterspielen, die sie sich insgesamt 37,5 Milliarden Euro hatten kosten lassen. Mit einer sympathischen, aber keinesfalls euphorischen Show-Zeitreise durch die russische Kultur endete am Abend das 17-tätige Spektakel auf Eis und Schnee. IOC-Präsident Thomas Bach sagte in seiner Abschlussrede: "Es gibt kein größeres Kompliment als im Namen aller Teilnehmer zu sagen: Das waren die Spiele der Athleten."

Um 22.08 Uhr Ortszeit beendete Bach die Sotschi-Spiele, um 22.15 Uhr erlosch das olympische Feuer am Schwarzen Meer. 2018 ist Pyeongchang in Südkorea der nächste Winterspiele-Gastgeber.