In Thailand hat Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra die Hauptstadt Bangkok nach dem Eskalieren des Konflikts zwischen Regierungsgegnern und -anhängern verlassen. Derzeit halte sie sich rund 150 Kilometer außerhalb der Stadt an einem nicht genannten Ort auf, sagte ein Pressesprecher am Montag. Das Militär will sich nach Angaben von Armeechef Prayuth Chan-ocha aus der politischen Krise heraushalten. Für Dienstag ist eine Kabinettssitzung angesetzt, die nach Aussage von Außenminister Surapong Tovichakchaikul "sehr wahrscheinlich" nicht in Bangkok stattfinden wird.  

Bei Kundgebungen gegen die Regierung ist die Zahl getöteter Kinder auf drei gestiegen. Ein sechsjähriges Mädchen sei am Montag an seinen Verletzungen gestorben, hieß es aus dem Krankenhaus. Am Sonntag waren bei einer Bombenexplosion in einem Geschäftsviertel in Bangkok der vierjährige Bruder des Mädchens und eine Frau getötet worden. Einen Tag zuvor starb ein fünf Jahre altes Mädchen, als eine Demonstration im Osten Thailands beschossen wurde.

Am Montag zogen Regierungsgegner erneut zum Außen- und Finanzministerium. Seit Monaten protestieren Zehntausende Regierungsgegner gegen Ministerpräsidentin Yingluck und fordern ihren sofortigen Rücktritt. Die Opposition möchte einen nicht gewählten Volksrat etablieren. Die Neuwahlen Anfang Februar boykottierte die Opposition. Ende April soll erneut gewählt werden.

Seit Protestbeginn im November sollen mindestens 17 Menschen bei Attacken mit Sicherheitskräften ums Leben gekommen sein. Von Hunderten Verletzten ist die Rede.