Karlsruhe (dpa) - Wer haftet für Schäden an Elektrogeräten, wenn Strom mit zu hoher Spannung aus der Steckdose kommt? Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe prüft, ob dafür der Netzbetreiber verantwortlich ist oder ob der Stromkunde auf dem Schaden sitzenbleibt (Az.: VI ZR 144/13).

Im vorliegenden Fall will ein Kunde rund 2800 Euro Schadenersatz von einem Wuppertaler Netzbetreiber. Nach einem Stromausfall war es zu einer Überspannung in seinem Haus gekommen. Dabei wurden unter anderem eine Heizungsanlage, das elektrische Garagentor sowie Kleingeräte beschädigt.

Das Produkt - der Strom - sei unstreitig fehlerfrei gewesen, argumentierte die Anwältin des Netzbetreibers. Der Betreiber habe den Strom nur transportiert.

Für den Schaden, der aufgrund unglücklicher Umstände an der Anschlussstelle zum Haus durch die fehlerhafte Spannung entstand, dürfe er nicht haftbar gemacht werden. "Der Strom muss am Haus fehlerfrei ankommen", betonte hingegen die Anwältin des Klägers.

Das Amtsgericht Wuppertal hatte dem Betreiber Recht gegeben, das Landgericht Wuppertal hingegen dem Kunden Schadenersatz in Höhe von rund 2300 Euro zugesprochen. Dagegen hatte der Netzbetreiber Revision eingelegt. Der BGH wollte noch am Dienstagnachmittag entscheiden.