Jerusalem (dpa) - Iranische Atomwaffen würden nach Worten des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu auch Deutschland bedrohen.

Die von Teheran entwickelten Interkontinentalraketen zielten nicht auf Israel, sagte Netanjahu bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Jerusalem. Zu den Atomverhandlungen der fünf UN-Vetomächte sowie Deutschlands mit dem Iran äußerte sich Netanjahu zum Abschluss der fünften Regierungskonsultationen skeptisch.

"Wir haben nicht das Gefühl, dass sich die Situation im Iran ändert", sagte Netanjahu. Der Iran rufe weiterhin zur Vernichtung Israels auf, richte viele Menschen öffentlich hin und unterstütze das Regime von Baschar al-Assad in Syrien.

Teheran müsse daran gehindert werden, die Fähigkeit zum Atomwaffenbau zu erlangen und Trägeraketen zu entwickeln. Für die vom Iran behauptete ausschließliche Nutzung der Atomtechnik zu zivilen Zwecken sei keine Urananreicherung und auch keine Raketentechnik notwendig. "Null Anreicherungsfähigkeit, null Plutonium und null Trägerwaffen", forderte Netanjahu deshalb. Die Verhandlungen müssten hart geführt werden.

Der Iran und die fünf UN-Vetomächte sowie Deutschland (5+1) hatten sich im vergangenen November in den Atomverhandlungen auf ein Zwischenabkommen geeinigt. Demnach drosselt der Iran unter anderem die Anreicherung von Uran. Im Gegenzug hat der Westen Sanktionen gegen Teheran gelockert. Der Iran bestreitet, Atomwaffen zu entwickeln oder anzustreben.