München (SID) - Rodel-Legende Georg Hackl setzt sich nach der enttäuschenden Olympia-Bilanz in Sotschi für eine Verbesserung der Nachwuchsförderung ein. "Sportliche Leistung lässt sich nur vom frühen Kindesalter an entwickeln. Das geht schon in den Schulen, vielmehr schon in den Kindergärten los", sagte der Co-Trainer der erfolgreichen deutschen Rodel-Mannschaft im Gespräch mit Sport1. 

Dabei sieht Hackl ein gesellschaftliches Problem: "Es ist erwiesen, dass sich die Kinder in Verbindung mit Bewegung für ihren gesamten Lebensweg viel besser entwickeln. Stattdessen kommen heutzutage Kinder in die Schulen, die bereits im Schuleintrittsalter übergewichtig, koordinations- und bewegungsverarmt sind. Da muss man einfach eingreifen", fordert der dreimalige Olympiasieger und hält ein grundsätzliches Umdenken auch in der Sportförderung für nötig: "Sportförderung darf nicht auf die Funktion als Legebatterie für Goldmedaillen reduziert werden. Goldmedaillen müssen letzten Endes das Abfallprodukt sein aus einer breit angelegten Sportförderung für junge Leute und Kinder."

Ein Finanzierungsproblem für ein breit angelegtes Basisprogramm sieht Hackl nicht: "Wenn ich schaue, was in Deutschland Geld an anderen Stellen verbraten wird. Am Ende gibt man es für andere Zwecke über die Maßen aus, was man mutmaßlich nicht müsste." Bei den Olympischen Spielen in Sotschi waren die auch von Hackl betreuten Rodler überaus erfolgreich. Das Team um Olympiasieger Felix Loch holte in allen Rodel-Wettbewerben die Goldmedaille, Tatjana Hüfner (Friedrichsroda) gewann bei den Frauen hinter Natalie Geisenberger (Miesbach) zudem Silber.