Frankfurt/Main (dpa) - Sorgen um eine Eskalation der Lage in der Ukraine haben am Montag den deutschen Aktienmarkt und weitere Börsen in ganz Europa unter Druck gebracht. Bis zur Mittagszeit sackte der Dax um 2,44 Prozent auf 9455 Punkte ab.

Zuletzt war es im Januar an einem einzigen Tag so deutlich abwärts gegangen. Der MDax büßte 2,25 Prozent auf 16 512 Punkte ein, der TecDax verlor 2,35 Prozent auf 1256 Punkte. Für den EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ging es um 2,20 Prozent auf 3080 Punkte nach unten.

Schwache Wirtschaftsdaten aus China belasteten zusätzlich. Hauptgrund für die tiefroten Vorzeichen an den Märkten war laut Händlern jedoch die sich zuspitzende politische Situation in der Ukraine, nachdem Moskau mit einem Militäreinsatz gedroht hatte. "Der Vorstoß ist vom Westen kritisiert worden, und weltweit führende Nationen versuchen, einen Krieg zu verhindern", kommentierte Marktanalyst David Madden vom Broker IG.

Händler hätten daher Aktien links liegen gelassen und seien in vermeintlich sichere Häfen wie Gold geflüchtet: Die Krise um die Krim trieb den Goldpreis auf den höchsten Stand sei vier Monaten.

Im DAX, MDax und TecDax gab es fast ausnahmslos negative Vorzeichen. Zu den schwächsten Werten zählten Aktien von Unternehmen mit Engagements in Russland. Im Leitindex etwa waren die Adidas-Papiere Schlusslicht mit minus 4,11 Prozent. Die europaweite Nummer eins der Branche ist Marktführer in Russland und der Ukraine. Russland ist zudem einer der wichtigsten Einzelmärkte für Adidas. Die Aktien des Chemieunternehmens BASF, das ebenfalls in Russland engagiert ist, gaben um 3,20 Prozent nach.

Zudem gelten mehrere im MDax enthaltene Aktien zu den Hauptleidtragenden der politischen Krise - unter ihnen Metro, Stada und DMG Mori Seiki. Papiere von Metro und Stada gaben am MDax-Ende zwischen sechs und sieben Prozent nach. Titel von DMG Mori Seiki, ehemals Gildemeister, büßten 3,02 Prozent ein.