Der Bundestagsuntersuchungsausschuss zur Edathy-Affäre soll nach Ansicht der Grünen im April eingesetzt werden. Der Ausschuss war von der Opposition gefordert worden. Er solle schnell, nach einem Untersuchungszeitraum von drei bis vier Monaten, ein Abschlussbericht vorlegen, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt der Tageszeitung taz. "Unser Fokus wird auf den Fehlern des BKA liegen", sagte sie. "Wir wollen wissen: Warum konnte der Name Edathy durchrutschen?"

Mit einer schnellen und gründlichen Untersuchung will Göring-Eckhardt versuchen, "wieder Vertrauen in den Rechtsstaat herzustellen". Deshalb fordere sie einen "eng formulierten Untersuchungsauftrag".

In dem Untersuchungsausschuss wolle die Opposition auch den zuletzt bekannt gewordenen Fall eines Spitzenbeamten des Bundeskriminalamts (BKA) besprechen. Er soll kinderpornografisches Bildmaterial bei derselben in Kanada ansässigen Firma geordert haben wie der ehemalige Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy. Ermittler der Polizei entdeckten den Namen des BKA-Beamten bereits im Januar 2012 und übergaben den Fall an die Staatsanwaltschaft, wohingegen Edathy erst im Oktober vergangenen Jahres auffiel. Beide standen auf derselben Liste, die dem BKA vorlag. Die Grünen fordern nun den Rücktritt von BKA-Chef Jörg Ziercke.

Edathy wird vorgeworfen, zwischen Oktober 2005 und Juni 2010 Film- und Fotosets mit Nacktaufnahmen von Kindern bei einem kanadischen Onlineshop bestellt zu haben. Der Besitz dieser sogenannten Posing-Fotos von Kindern im Alter zwischen acht bis 14 Jahren ist in Deutschland jedoch nicht strafbar.