Brüssel (dpa) - EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn hat Vorwürfe zurückgewiesen, das deutsche Exportmodell infrage zu stellen.

"Niemand möchte Deutschland dafür kritisieren, dass es nach außen hin im Export gut da steht", sagte Rehn am Mittwoch in Brüssel.

Er wünsche sich, dass jedes EU-Land bei Produktion und Ausfuhren so stark wie Deutschland sei. "Aber Deutschland täte gut daran, die Binneninvestitionen und die Binnennachfrage zu stärken."

Als konkrete Maßnahmen empfahl der EU-Kommissar Berlin, etwa den Dienstleistungssektor für den Wettbewerb zu öffnen, Investitionen im Inland zu unterstützen und Ganztagsschulen und Kindertagesstätten auszubauen, um die Erwerbstätigkeit von Frauen zu verbessern.

Solche Maßnahmen würden "das zukünftige Wachstum in Deutschland unterstützen und bis zu einem gewissen Grad auch anderswo in Europa."

Den ständigen Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz nannte der EU-Kommissar "ein Zeichen für starke externe Wettbewerbsfähigkeit" und sagte: "Das ist natürlich gut."

Allerdings bedeute dies auch, dass ein großer Anteil des deutschen Einkommens im Ausland investiert werde - während im Inland private und öffentliche Investitionen niedrig seien: "Das führt zu einem Risiko für das langfristige Wachstumspotenzial der Wirtschaft."