Köln (SID) - Bei Mercedes wird man sich trotz der erfolgreich verlaufenen Formel-1-Testfahrten hüten, den Konkurrenten Red Bull trotz dessen aktueller Probleme zu unterschätzen. "Red Bull darf man niemals abschreiben", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Und ich bin mir sicher, dass sie auch in diesem Jahr zurückkommen werden. Die Frage ist nur: Wann?"

In jedem Fall erwartet Wolff eine spannende WM-Saison 2014. "Zuletzt hat Red Bull die Formel 1 dominiert, so eine Dominanz wird es zunächst nicht mehr geben", sagte der Österreicher. Er gehe davon aus, dass das Feld sehr ausgeglichen sei, dass "mehrere Teams gewinnen können, und niemand vor der letzten Runde weiß, ob der Führende überhaupt ins Ziel kommt".

Bei Mercedes sei man nach den Testfahrten "vorsichtig optimistisch, denn wir sind bisher die meisten Kilometer gefahren und haben dadurch sicher einen Vorsprung". Allerdings, so Wolff, dürfe man nicht vergessen: "Der erste Reality Check steht beim Saisonauftakt in Melbourne bevor (16. März, d. Red.). Niemand kann sich bis dahin sicher sein."

Dass Daimler-Chef Dieter Zetsche in diesem Jahr öffentlich die Titel in der Fahrer- und der Konstrukteurs-WM von seinem Team fordert, findet Wolff in Ordnung: "Titel sind der Anspruch von Mercedes, deshalb sind wir in der Formel 1 dabei, wenn es uns um etwas anderes ginge, müssten wir sofort aufhören." Trotzdem werde man die neue Saison "mit Demut und nicht mit Hochmut angehen, ansonsten werden wir scheitern".