Köln (SID) - Willi Lemke, seit 2008 Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport, hält einen Boykott der Paralympics in Sotschi (7, bis 16. März) für das falsche Signal. "Ich weiß nicht, ob diese Reaktion zielführend ist", sagte Lemke dem SID: "Mir ist es immer lieber, wenn die Menschen zusammenkommen und miteinander reden." 

Die Krise könne ohnehin am Ende nur am Verhandlungstisch auf politischer Ebene gelöst werden: "Mit allen Parteien und ohne Gewalt." Lemke wird deshalb auch das paralympische Feuer auf seinem Weg zur Eröffnungsfeier ein Stück tragen, allerdings "mit großer Sorge. Der politische Rahmen der Paralympics ist alles andere als optimal. Die Situation ist für alle Beteiligten bedrückend."

Generell, so Lemke weiter, könnten Sportorganisationen keine politischen Krisen lösen. "Der Sport kann aber zeigen, dass man auch in schweren Zeiten aufeinander zugehen kann", sagte der frühere Manager des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen. 

Er wünsche sich nichts sehnlicher als ein friedliches Ende der angespannten Lage: "Der Sport kann nur daran appellieren, dass die Verantwortlichen die Lage nicht eskalieren lassen. Wenn Schüsse fallen sollten, wäre das eine Katastrophe."