Frankfurt/Main (dpa) - Negativ aufgenommene Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben den Dax am Donnerstag seine bescheidenen Gewinne gekostet. Zudem bremste die Zurückhaltung der Anleger vor dem am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht den Handel.

Der deutsche Leitindex schloss 0,01 Prozent fester bei 9542,87 Punkten. Besser hielten sich - ähnlich wie schon zur Wochenmitte - die Nebenwerte-Indizes: Für den MDax ging es um 0,21 Prozent auf 16 876,09 Punkte hoch, während der TecDax 0,87 Prozent auf 1292,52 Punkte gewann.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging 0,27 Prozent fester bei 3144,53 Punkten aus dem Handel. Die nationalen Indizes in Paris und London rückten ebenfalls vor. Beim US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Börsenschluss ein Plus von knapp einem halben Prozent zu Buche.

"Auch wenn eine Leitzinssenkung nicht erwartet wurde, dürften nicht wenige Akteure darauf gehofft haben", kommentierte Marktstratege Gregor Kuhn vom Broker IG die moderat negative Reaktion des Dax auf den EZB-Beschluss, den Leitzins weiter bei 0,25 Prozent zu halten. Sein Kollege Arkadius Barczynski vom Broker GKFX verwies zudem darauf, dass die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi über den Euro als "Insel der Stabilität" die Gemeinschaftswährung nach oben getrieben hätten. Mit Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht gehen die meisten Ökonomen davon aus, dass es im Februar eine leichte Verbesserung gegeben hat. Im Hintergrund schwelt derweil weiter die Krim-Krise.

Die Aktien der Merck KGaA und der Deutschen Telekom gaben nach der Vorlage ihrer Bilanzen und Aussagen zu den Jahreszielen am Dax-Ende kräftig nach. Merck-Titel büßten 4,40 Prozent ein, die T-Aktien fielen um 3,61 Prozent. Der Pharma- und Chemiekonzern litt Händlern zufolge unter einem "vorsichtigen Ausblick". Auch die Telekom habe enttäuscht, hieß es.

Der Autozulieferer Continental rechnet indes nach einer Rekordbilanz für 2013 auch im neuen Jahr mit einem Umsatzzuwachs. Die Aktien schlossen als Dax-Spitzenreiter 5,69 Prozent fester bei 183,00 Euro - zuvor hatten sie bei 183,25 Euro ein Rekordhoch erreicht.

Im MDax büßten die Papiere von Axel Springer 4,38 Prozent ein. Der Verlag sei vor allem auf operativer Ebene hinter den Erwartungen zurückgeblieben, hieß es. Beim Fernsehkonzern RTL sorgte die Enttäuschung über Ausblick und Dividende für Kursverluste von 4,89 Prozent und den letzten Platz im MDax.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,31 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 134,56 Punkte. Der Bund Future verlor 0,12 Prozent auf 144,48 Punkte. Der Kurs des Euro stieg auf 1,3848 US-Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,3745 (Mittwoch: 1,3732) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7275 (0,7282) Euro gekostet.