Athen (dpa) - Beim Staatsbesuch von Bundespräsident Joachim Gauck in Griechenland ist es zu einer Kontroverse über die griechische Forderung nach Reparationszahlungen für deutsche Verbrechen im Zweiten Weltkrieg gekommen.

Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias forderte bei einem gemeinsamen Presseauftritt mit Gauck, es müssten so schnell wie möglich Verhandlungen über Reparationen und die Rückzahlung einer von den Nazis erhobenen Zwangsanleihe aufgenommen werden.

"Griechenland hat diese Forderungen nie aufgegeben", sagte Papoulias. Gauck erwiderte, der Rechtsweg dazu sei abgeschlossen. "Ich werde mich dazu nicht äußern. Und ganz gewiss nicht anders als meine Regierung."

Die Reparationsforderungen werden von Nicht-Regierungsorganisationen in Griechenland auf bis zu 160 Milliarden Euro geschätzt, die Zwangsanleihe auf mehrere Milliarden Euro. Die Nazis hatten sie noch 1945 auf knapp 500 Millionen Reichsmark beziffert.