Sotschi (dpa) - Die Gold-Kandidatin geht voran: Andrea Rothfuss wird die deutsche Mannschaft an diesem Freitag in Sotschi als Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics ins Stadion Fischt führen.

"Cool. Das ist eine riesige Ehre, als Erste der Mannschaft ins Stadion einzulaufen. Ich freue mich sehr und werde unser Team stolz anführen", sagte die Loßburgerin. Die 24 Jahre alte alpine Skirennfahrerin ist zum dritten Mal nach 2006 und 2010 bei Paralympics und hat bislang dreimal Silber und zweimal Bronze gewonnen.

"Wir haben uns für Andrea Rothfuss entschieden, weil sie eine sehr erfolgreiche Athletin mit einer großen Vorbildfunktion ist", begründete Karl Quade, Chef de Mission des deutschen Teams, die Wahl der Soziologie-Studentin. Vor vier Jahren in Vancouver hatte der inzwischen zurückgetretene Skilangläufer Frank Höfle die Fahne getragen.

Andrea Rothfuss ist eine der großen Gold-Hoffnungen in der nur 13 Sportler starken Mannschaft des Deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS). Vor vier Jahren in Vancouver hatte sie sich noch unbändig über zweimal Silber und zweimal Bronze gefreut. In Sotschi soll es bei ihren dritten Spielen der erste Paralympics-Sieg sein. "Als Sportler ist man nicht dabei, um Silber zu gewinnen", erklärte die Schwarzwälderin, der von Geburt an die linke Hand fehlt. Ihre größte Konkurrentin ist die Französin Französin Marie Bochet, die die Weltcup-Rennen in dieser Saison dominiert hat.

Auf ihrem Weg zum ersten Paralympics-Gold will die viermalige WM-Zweite die politische Situation mit dem Konflikt zwischen Gastgeber Russland und der Ukraine weitgehend ausblenden. "Man hat schon gemischte Gefühle. Aber als Sportler konzentriert man sich auf die Leistung. Egal ob Afrika und Schnee oder Österreich und Schnee: Ich muss da meine beste Leistung bringen", sagte sie.

Dagegen wird ihre einstige Team-Kollegin Verena Bentele aus politischen Gründen in Sotschi fehlen. Die zwölfmalige Paralympics-Siegerin und jetzige Bundesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sollte am Donnerstag in die Schwarzmeer-Stadt fliegen und am Samstag in die Paralympics Hall of Fame aufgenommen werden. Darauf muss sie notgedrungen verzichten. "Das ist eine eindeutige Message an Russland", sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher der Nachrichtenagentur dpa. "Das war eine politische Entscheidung, die auch meine persönliche Zustimmung findet."

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