München (dpa) - Mit großem Medienrummel hat in München der Steuerprozess gegen Uli Hoeneß begonnen. Der Präsident des FC Bayern soll mit Konten in der Schweiz Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben.

Eine Kernfrage in dem Verfahren wird sein, ob die Wirtschaftskammer am Landgericht München II unter Vorsitz von Richter Rupert Heindl die Selbstanzeige von Hoeneß von Anfang 2013 ganz oder wenigstens teilweise anerkennt (Az: W5 KLs 68 Js 3284/13). Dem 62-Jährigen droht eine Haftstrafe.

Hoeneß fuhr in einem dunklen Wagen vor Gericht vor und ging über einen Hintereingang ins Gebäude. Fünf Minuten vor dem offiziellen Beginn der Verhandlung schritt der 62-Jährige in den Saal. Der Bayern-Boss rang sich sogar ein Lächeln ab. In einem dunklen Anzug und mit einer weinroten Krawatte stand er lange für die Fotografen mit seinen Anwälten Motiv. Um Punkt 9.30 Uhr nahm Hoeneß vor Gericht Platz - die Verhandlung begann.

Mit großem Interesse wird verfolgt, ob und wie sich Hoeneß nach der Verlesung des Anklagesatzes äußert. Zuletzt hatte sich der Bayern-Präsident nicht mehr in der Öffentlichkeit geäußert. Für den Nachmittag sind dann drei der insgesamt vier Zeugen geladen. Darunter auch der Steuerfahnder, der Hoeneß bei dessen Selbstanzeige geholfen hatte. Vier Verhandlungstage sind angesetzt. Wenn nichts dazwischen kommt, soll es am Donnerstag ein Urteil geben.