Bei der Suche nach dem seit drei Tagen verschwundenen Passagierflugzeug von Malaysia Airlines haben Analysen ergeben, dass die im Südchinesischen Meer entdeckten Ölspuren nicht zu der malaysischen Boeing 777 gehören. Das bestätigte am Montag eine Sprecherin von Malaysias Küstenpolizei. Es handele sich um Treibstoff eines Schiffes. Der untersuchte Ölteppich befand sich nicht weit von der Region an der Küste Vietnams, wo das Flugzeug der Malaysia Airlines auf der Route von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden war.

Suchmannschaften haben bisher keine Wrackteile des verschwundenen Passagierflugzeugs gefunden. "Wir haben nichts finden können, das so aussieht, als wenn es ein Teil des Flugzeugs wäre", sagte der Direktor der malaysischen Luftverkehrsbehörde, Asharuddin Abdul Rahman, in Kuala Lumpur. Aus der Luft war zuvor ein Objekt im Meer gesichtet worden, das wie eine Flugzeugtür ausgesehen haben soll.

Behörden ermitteln in alle Richtungen, sagte Rahman. "Um zu bestätigen, was wirklich passiert ist, brauchen wir klare und konkrete Beweise oder Teile des Flugzeugs." Im Moment schließen die Ermittler weder einen Absturz noch eine Entführung aus. "Wir rätseln genauso." Nach Berichten aus Kreisen der Ermittler konzentriere man sich darauf, dass das Flugzeug in der Luft zerrissen sei. Wäre das Flugzeug intakt auf das Wasser aufgeschlagen, hätte es größere Trümmerteile auf engem Raum geben müssen, sagte ein Offizieller, der an den Ermittlungen beteiligt ist.

Malaysia-Airlines-Passagiere könnten Terroropfer sein

Da sich zwei Passagiere mit gestohlen gemeldeten Pässen aus Italien und Österreich an Bord befunden haben, leiteten die zuständigen Behörden auch Terrorermittlungen ein. Experten schließen nicht aus, dass die Maschine in eine fehlgeschlagene Entführung oder einen terroristischen Anschlag involviert gewesen sein könnte, zumal es keine Hinweise auf eine Explosion gebe. Bei den Reisenden mit gestohlenen EU-Pässen handelt es sich laut Polizeichef Chalid Abu Bakar um Malaysier, die auf Überwachungsvideos des Flughafens in Kuala Lumpur identifiziert wurden.

Flugzeuge und Schiffe suchen an der Küste vor Vietnam und Malaysia nach Teilen des Flugzeugs. Experten berechneten ein Suchgebiet, das ausgehend von der letzten Position der Boeing 777 mehrere Hundert Quadratkilometer groß ist. Die Suche sei nicht zeitlich befristet, sagte Rahman.

An Bord der verschwundenen Maschine befanden sich 239 Menschen, darunter 154 Chinesen. Das Flugzeug war am Samstag auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Zwei Stunden nach dem Start brach der Radarkontakt ab.