Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will die Arbeitspotenziale bei Frauen in Teilzeit besser ausschöpfen, um den zunehmenden Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen.

Zwar habe sich die Erwerbstätigkeitsquote von Frauen zwischen 20 und 64 Jahren von 65 Prozent in 2006 auf 71,5 Prozent in 2012 erhöht, heißt es in einem Bericht von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), den das Kabinett am Mittwoch billigte.

Dennoch sei bei Frauen die Teilzeitquote mit 45 Prozent weiter hoch, "bei einer vergleichsweise niedrigen durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 18,6 Stunden. Im EU-Vergleich weist nur Portugal (16,4 Stunden) einen niedrigeren Wert auf". Fast jede sechste Frau gebe dafür als Grund an, dass sie keinen anderen Arbeitsplatz habe finden können. Etwa jede fünfte Mutter würde gerne mehr arbeiten.

Weitere Potenziale, um dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sieht der zweite Fortschrittsbericht zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung bei älteren Menschen und in der Zuwanderung. Bereits bei 20 Berufsgruppen seien inzwischen Engpässe zu erkennen, darunter Metall- und Maschinenbauer, Energietechniker oder Pflegedienste.

Der Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, warf der Politik vor, zu wenig gegen das Problem des Fachkräftemangels zu tun. "Anstelle von Ankündigungspolitik und ideenlosen Gipfeltreffen brauchen wir einen ehrlichen Dialog von Gewerkschaften, Politik und Arbeitgebern", sagte Wetzel der Deutschen Presse-Agentur.