Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Mittwoch aus Sorge um den Krim-Konflikt deutliche Verluste verbucht. Nach der kurzen Erholung vom Vortag knüpfte der deutsche Leitindex damit wieder an die negative Tendenz der vergangenen Woche an.

Mit einem Minus von 1,33 Prozent bei 9184 Punkten nahm das Börsenbarometer am Mittag wieder Kurs auf die Marke von 9000 Punkten. Ende Februar hatte der Index noch fast die Marke von 9700 Punkten erreicht. Der MDax rutschte am Mittwoch 1,35 Prozent ab auf 16 253 Punkte, der TecDax verlor 1,62 Prozent auf 1247 Punkte. Auch der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone fiel kräftig um 1,22 Prozent auf 3055 Punkte.

Die politische Lage dominiert mit den Schlagzeilen weiter die europäischen Finanzmärkte. Derzeit könnte nur ein ausgesetztes Referendum über den Anschluss an die Russische Föderation oder Gespräche zwischen der Ukraine und Russland den Fall der Kurse stoppen, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black.

Auf der einen Seite sei der aktuelle Kursrutsch zwar ein wenig überzogen - aber viele werteten auch die möglichen wirtschaftlichen Effekte einer Eskalation der Krise noch bei weitem nicht voll eingepreist. Erneute Sorgen gab es auch rund um die Wirtschaftskraft Chinas, Rohstoffpreise gerieten erneut deutlich unter Druck.

Auf Unternehmensseite bewegten vor allem Geschäftszahlen einzelne Werte. Die Aktien von Eon lagen am Vormittag zunächst an der Dax-Spitze im Plus, zuletzt gaben sie mehr als ein Prozent nach. Beim Strom- und Gasversorger sorgten Rückgänge in der Stromerzeugung im abgelaufenen Jahr für einen massiven Gewinneinbruch. Auch für 2014 erwartet die Konzernspitze wieder weniger unter dem Strich. Einige Börsianer sahen den Ausblick aber recht positiv: Zuletzt sei noch schlimmeres befürchtet worden.

Papiere der Deutschen Post pendelten anfangs heftig zwischen Gewinnen und Verlusten - gegen Mittag waren sie Dax-Spitzenreiter mit einem geringen Kursgewinn. Die Bonner überraschten die Anleger mit einem höheren Gewinn für 2013 und schraubten die Dividende unerwartet hoch. Marktteilnehmer werteten den Ausblick auf das laufende Jahr aber schwächer - die Bonner seien hier vorsichtiger gewesen als gedacht.