Frankfurt/Main (dpa) - Die Krim-Krise hat den deutschen Aktienmarkt wieder im Griff: Der Dax hat am Mittwoch aus Sorge um den Konflikt deutlich an Boden verloren.

Nach der kurzen Erholung vom Vortag knüpfte der Leitindex wieder an die negative Tendenz der vergangenen Woche an. Mit einem Minus von 1,64 Prozent bei 9155 Punkten nahm das Börsenbarometer Kurs auf die Marke von 9000 Punkten.

Ende Februar war der Index noch fast bis zur Marke von 9700 Punkten geklettert. Der MDax rutschte am Mittwoch 1,78 Prozent ab auf 16 182 Punkte. Der TecDax verlor 1,96 Prozent auf 1243 Punkte. Der EuroStoxx 50 fiel um 1,45 Prozent auf 3048 Punkte.

Die politische Lage dominiert mit den Schlagzeilen weiter die Stimmung an den europäischen Finanzmärkten. Derzeit könnten nur ein ausgesetztes Referendum über den Anschluss an die Russische Föderation oder Gespräche zwischen der Ukraine und Russland den Fall der Kurse stoppen, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black.

Auf der einen Seite sei der aktuelle Kursrutsch zwar ein wenig überzogen - aber viele werteten auch die möglichen wirtschaftlichen Effekte einer Eskalation der Krise noch bei weitem nicht voll eingepreist.

Auf Unternehmensseite bewegten vor allem Geschäftszahlen. Die Aktien von Eon zogen nach holprigem Verlauf an der Dax-Spitze mit einem Plus von gut drei Prozent einsam ihre Kreise. Beim Strom- und Gasversorger sorgten Rückgänge in der Stromerzeugung im abgelaufenen Jahr zwar für einen massiven Gewinneinbruch.

Auch dieses Jahr erwartet die Konzernspitze wieder weniger. Einige Börsianer sahen den Ausblick aber recht positiv: Zuletzt sei noch schlimmeres befürchtet worden. Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner sagte, bei den Düsseldorfern scheine es einen Silberstreif am Horizont zu geben.

Auch bei den Papieren der Deutschen Post wussten die Anleger lange nicht, wohin die Reise geht. Zuletzt gaben die Titel etwas mehr als ein Prozent ab. Die Bonner überraschten mit ihrem Bericht für das abgelaufene Jahr mit einem höheren Gewinn und schraubten die Dividende unerwartet hoch. Marktteilnehmer werteten den Ausblick auf das laufende Jahr aber etwas schwächer.

K+S-Papiere lagen nach überraschend vorgelegten Zahlen gut zweieinhalb Prozent im Minus. Der Salz- und Düngemittelhersteller meldete für 2013 ein deutlich geringeres operatives Ergebnis, negativ aufgenommen wurde vor allem die auf 0,25 Euro gekürzte Dividende. Besonders schwach im Leitindex waren Papiere von ThyssenKrupp mit rund dreieinhalb Prozent Abschlag. Die starken Preisrückgänge für Stahl und andere Rohstoffe infolge der Sorgen um Großverbraucher China belasteten die Papiere.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,32 Prozent am Dienstag auf 1,31 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 134,64 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,35 Prozent auf 142,91 Punkte. Der Euro gewann deutlich und stieg zeitweise über die Marke von 1,39 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3887 (Dienstag: 1,3850) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7201 (0,7220) Euro.