Istanbul (dpa) - Nach dem Tod eines bei den Gezi-Protesten in der Türkei verletzten Jugendlichen haben sich in Istanbul Tausende Menschen für die Beerdigungszeremonie versammelt. Ein dpa-Reporter berichtete, die Lage sei angespannt. Zunächst sei es bei der Versammlung aber friedlich geblieben.

Die Polizei war stark präsent, hielt sich aber zurück. Der 15-Jährige namens Berkin Elvan sollte am frühen Nachmittag auf einem Friedhof in der türkischen Millionenmetropole beigesetzt werden.

Berkin Elvan war im Juni vergangenen Jahres auf dem Höhepunkt der Protestwelle von einem Tränengasgeschoss der Polizei am Kopf getroffen worden und lag seitdem im Koma. Am Dienstag starb er an seinen Verletzungen. Am Dienstagabend demonstrierten daraufhin in Istanbul, Ankara, Izmir und zahlreichen anderen Städten Tausende Menschen gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Demonstranten errichteten Barrikaden und warfen Steine sowie Feuerwerkskörper auf die Sicherheitskräfte. Auf Plakaten wurde Erdogan als "Mörder" beschimpft. Die Zusammenstöße dauerten bis in die Nacht an. Dutzende Menschen wurden festgenommen.