München (SID) - Nach einem unangenehmen Tag vor Gericht hat Uli Hoeneß ein wenig Abwechslung bei seinem FC Bayern gesucht. Der Präsident des Rekordmeisters, der sich seit Montag wegen Steuerhinterziehung verantworten muss, besuchte am Dienstagabend das Achtelfinal-Rückspiel der Münchner in der Champions League gegen den FC Arsenal (1:1. Auf der Tribüne sah man den 62-Jährigen mit rot-weißem Bayern-Schal und roten Handschuhen in Jubelpose.

Vor dem Spiel schüttelte Hoeneß im VIP-Raum Hände, man sah in Begleitung von Ehefrau Susi und Bruder Dieter. Beim Anpfiff nahm er auf der Ehrentribüne neben dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge Platz. "Er ist der FC Bayern schlechthin, deshalb gehört er auch hierhin", sagte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer bei Sky: "Vielleicht braucht er die Unterhaltung und den Zuspruch." Die Fans nahmen kaum Notiz von Hoeneß. Ein einzelnes "Uli"-Transparent verlor sich in der Südkurve.

Beckenbauer sagte am Dienstag über den Prozess: "Ich verfolge ihn natürlich. Man bekommt alle paar Minuten neue Infos. Es steigert sich, so wie sich das heute ereignet hat. Irgendwann muss die Verteidigung kommen. Spiele gewinnst du in der Verteidigung. Ich hoffe, dass die Verteidigung stark genug ist, den Punkten der Anklage zu widersprechen."

Am zweiten Verhandlungstag war bekannt geworden, dass Hoeneß insgesamt 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Das ging aus den Angaben einer Steuerfahnderin hervor, die mit dem Fall befasst ist und vor Gericht aussagte. Bislang ist der Bayern-Präsident angeklagt, 3,545 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben.