München (dpa) - Nach den spektakulären Enthüllungen über weitere Millionen an Steuerschulden hat der Prozess gegen Uli Hoeneß am dritten Verhandlungstag wieder mehr Schaulustige angelockt.

Die Zuschauer-Schlange vor dem Justizpalast war am Mittwoch deutlich länger als noch am Vortag, als eine Steuerfahnderin vor Gericht aussagte, der Präsident des FC Bayern habe mindestens 27,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen - 23,7 Millionen mehr als die Staatsanwaltschaft ihm in ihrer Anklage überhaupt vorwirft.

Für den Vormittag hatte das Gericht zwei weitere Zeugen geladen, die ursprünglich nicht auf der Vernehmungsliste standen. Ein Betriebsprüfer, der Einkommensmillionär Hoeneß regelmäßig überprüft hat, soll gehört werden - ebenso ein EDV-Mann des Finanzamtes Rosenheim.

Er soll vor allem über ein Dokument Aufschluss geben, dass Hoeneß und seine Anwälte dem Gericht erst kurz vor Prozessbeginn vorlegten. Die pdf-Datei mit Daten zu seinem Schweizer Konto war nach Angaben der Steuerfahnderin bereits am 18. Januar 2013 erstellt worden - einen Tag nach Hoeneß' Selbstanzeige. Dem Gericht wurde sie aber erst ein Jahr später vorgelegt.