Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag trotz der anhaltenden Krim-Krise zu einer kleinen Erholung angesetzt.

Börsianer verwiesen darauf, dass sich Anleger vor dem am Sonntag anstehenden Referendum über die Zugehörigkeit der ukrainischen Halbinsel aber kaum aus der Deckung wagen würden. Der deutsche Leitindex gewann 0,30 Prozent auf 9216 Punkte.

Im März hat der Dax damit bislang noch immer mehr als 5 Prozent verloren. Der MDax stieg am Donnerstag um 0,20 Prozent auf 16 279 Punkte, der TecDax hingegen verlor 0,22 Prozent auf 1245 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone lag im Plus mit 0,24 Prozent bei 3072,72 Punkten.

Derzeit seien eher engere Handelsspannen die Regel, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black. Es sei keine Lösung im Konflikt um die Krim zu erwarten. Kanzlerin Angela Merkel warnte Russland vor dem umstrittenen Votum vor internationaler Isolation und drohte mit Sanktionen.

Auf Unternehmensseite standen zahlreiche Bilanzen auf dem Programm. Lufthansa-Papiere bekamen mächtig Auftrieb und legten gut sieben Prozent zu. Europas größte Fluggesellschaft konnte mit dem Überschuss für das vergangene Jahr die Markterwartungen deutlich übertreffen. Nach der Nullrunde vor einem Jahr sollen die Aktionäre nun wieder eine Dividende von 45 Cent pro Anteilsschein erhalten.

Auch Papiere von Volkswagen (VW) zogen nach endgültigen Zahlen für 2013 kräftig an und gewannen annähernd drei Prozent. VW-Boss Martin Winterkorn sieht gute Chancen, dass die Wolfsburger schon dieses Jahr die Zielmarke von 10 Millionen verkauften Autos knacken.

Titel von BMW waren mit Gewinnen von fast zweieinhalb Prozent ebenfalls sehr fest. Trotz hoher Ausgaben für neue Autos und des scharfen Wettbewerbs verdiente der Konzern 2013 unter dem Strich gut 5,3 Milliarden Euro - ein neuer Rekord.

Enttäuscht zeigten sich Anleger dagegen von der Prognose bei K+S. Die Aktien des Dünger- und Salzproduzenten verloren am Dax-Ende über sechs Prozent. Die Kasseler blieben nach einem Gewinneinbruch 2013 zurückhaltend für das laufende Jahr. Grund: Die spürbar niedrigeren Preise für Kali und Magnesium.

Aktien von Rhön Klinikum gewannen nach vorläufigen Zahlen über zweieinhalb Prozent. Analyst Tom Jones von der Berenberg Bank verwies auf die geplante Ausschüttung von bis zu 1,7 Milliarden Euro über Aktienrückkäufe. Hugo Boss gaben nach endgültigen Zahlen mehr als zwei Prozent nach. Börsianer waren nicht überzeugt von den weiteren Aussichten des Modekonzerns.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,31 Prozent am Vortag auf 1,30 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,01 Prozent auf 134,63 Punkte nach. Für den Bund-Future ging es um 0,09 Prozent auf 143,00 Punkte nach oben. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3942 (Mittwoch: 1,3887) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7173 (0,7201) Euro.