Köln (SID) - Der alte Intimfeind Christoph Daum hat dem wegen Steuerhinterziehung verurteilten Uli Hoeneß sein Mitgefühl ausgesprochen. "Ich denke nur an den Menschen Uli Hoeneß und seine Familie. Ich wünsche ihnen allen viel Kraft. Die werden sie nun brauchen, um diese schwierige Zeit gemeinsam gut durchzustehen", sagte der derzeitige Trainer des türkischen Fußball-Erstligisten Bursaspor dem SID. 

Hoeneß, Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Rekordmeisters Bayern München, war am Donnerstag von der 5. Kammer des Landgerichts München II wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte dem Staat 28,462 Millionen Euro Steuern inklusive Solidaritätszuschlag vorenthalten.

"Ich gehe davon aus, dass die akribische juristische Aufarbeitung und die Bewertung seiner Fehler zu diesem Urteil geführt haben", sagte Daum (60). Spekulationen über Hoeneß' Zukunft in dessen Ämtern beim FC Bayern wollte er nicht anstellen. "Das ist für mich völlig unerheblich. Das ist jetzt eine Zäsur im Leben, die man aufarbeiten muss. Dafür wünsche ich ihm alles Gute", sagte der frühere Trainer der Bundesligisten 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, VfB Stuttgart und zuletzt Eintracht Frankfurt.

Mit Daum war Hoeneß in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig aneinandergeraten. Höhepunkt war, dass Hoeneß im Jahr 2000 Daums Kokainaffäre öffentlich machte, was diesen den sicher geglaubten Bundestrainerposten kostete.