München (SID) - Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß ist am Donnerstag im Steuerprozess vor der 5. Strafkammer des Landgerichts München II für schuldig befunden und zu drei Jahren und sechs Monaten Haftstrafe verurteilt worden. Hoeneß (62) kündigte über seinen Anwalt Hanns Feigen umgehend an, in Revision zu gehen.

Der Vorsitzende Richter Rupert Heindl (47) erklärte in seiner Urteilsbegründung, das Gericht sei zu dem Ergebnis gekommen, Hoeneß' Selbstanzeige sei unwirksam gewesen. Mit den vorgelegten Unterlagen hätte keine vollständige Selbstanzeige erstattet werden können. "Sie hatten nicht alles, was sie brauchten, und haben es trotzdem riskiert", sagte Heindl. Hoeneß habe 28,462 Millionen Euro Steuern inklusive Solidaritätszuschlag hinterzogen.

Das Urteil ist noch nicht das letzte Wort: Hoeneß muss nicht sofort ins Gefängnis, sondern erst, wenn es ein rechtsgültiges Urteil gibt. Er hat formlos Revision angekündigt, sein Anwalt Feigen sagte: "Wir werden das Urteil natürlich angreifen." Hoeneß wird das Urteil nun in Schriftform zugestellt, anschließend hat er vier Wochen Zeit, die Revision zu begründen. 

Von der Staatsanwaltschaft waren Hoeneß zunächst nur die Hinterziehung von 3,545 Millionen Euro Steuern sowie die unrechtmäßige Einreichung von Verlustvorträgen in Höhe von 5,5 Millionen Euro vorgeworfen worden. Im Laufe des Prozesses stellte sich heraus, dass die für das Urteil relevante Summe deutlich größer ist.

Der Prozess hatte am vergangenen Montag begonnen und wurde am Donnerstag nach vier Verhandlungstagen abgeschlossen. Am 17. Januar 2013 hatte Hoeneß beim Finanzamt Rosenheim Selbstanzeige eingereicht.